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Donnerstag, 22. November 2012
Montag, 19. November 2012
Wir sind alle aus Fleisch
"Wir sind alle aus Fleisch"
Über die
radikale Tierrechtsorganisation PETA
Stell
dir vor, du schlenderst über den Potsdamer Platz und siehst nackte Menschen mit
roter Farbe beschmiert in Folie eingepackt auf dem Boden liegen. Könnte es sich
hierbei vielleicht um ein Kunstprojekt handeln? Nein. Nach längerem Hinsehen
kommt dir der Gedanke, dass du diesen Anblick kennst: Es erinnert erschreckend
deutlich an die verpackten Fleischwaren, wie wir sie aus dem Supermarkt kennen.
Die Menschen sollten hiermit dafür sensibilisiert werden, dass Tiere auch aus Haut und Knochen bestehen
und Schmerz empfinden können. Der Anblick ist erschreckend und traurig
zugleich.
Mit
solch extremen Aktionen möchte die 1980 ins Leben gerufene amerikanische Tierrechtsorganisation PETA die Gesellschaft zu einer veganen
Lebensweise animieren. Es geht nicht nur
darum, Lebensbedingungen für Tiere zu verbessern, die vom Menschen genutzt
werden. PETA hinterfragt vielmehr, warum wir Tiere überhaupt für ihr Fleisch oder ihre Haut
töten und warum wir sie für Tests von neuen Inhaltsstoffen oder unsere
Unterhaltung verwenden. Die Organisation
fordert den radikalen Wandel. „Menschen haben nicht das Recht, Tiere in
jeglicher Form auszubeuten“. Das ist das Leitmotiv der weltweit größten
Tierrechts- Organisation. Sie will mitfühlenden Menschen die Möglichkeit geben,
die Gesellschaft aktiv zu verändern. Laut und öffentlich sollen die Proteste
sein. Es gilt, möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Dabei wird
auch vor Tabuthemen nicht zurückgeschreckt.
Peta Aktivsten nackt in Fleischschalen
2006 musste sich PETA
wegen ihrer als antisemitisch geltenden Kampagne „Holocaust auf Ihrem Teller“
vor Gericht verantworten. Harald Ullman, der zweite Vorsitzende von PETA sagt dazu, es ginge ihnen darum, eine Parallele zwischen
den verschiedenen Formen systematischer Misshandlung zu ziehen. „Indem wir
zeigten, dass Menschen im Holocaust ‚wie Tiere‘ behandelt wurden, wollten wir
die Holocaust-Opfer auf keinen Fall erniedrigen. Stattdessen wollten wir der
Öffentlichkeit die Augen für die Umstände öffnen, bei denen jedes Lebewesen auf
ein austauschbares ‚Objekt‘ ohne eigene
Identität reduziert werden kann.“
PETA wendet sich mit seinen Aktionen vor allem
an Politiker, an die Öffentlichkeit und die Medien. Mit über drei Millionen
Unterstützern weltweit versuchen sie durch Aufklärung über Tierquälerei jedem
Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen. Falls ihr selber aktiv werden
möchtet oder mehr über die vegetarische oder vegane Lebensweise erfahren wollt,
informiert euch auf www.peta.de. Artikel: Alissa Nogli
Foto: "PETA Deutschland e.V."
Puppen, Menschen, Mode
![]() |
| Paolo Farinella Showroom Days Berlin Juli 12 |
Puppen, Menschen, Mode
…über die vierte Fashion´s Night Out in Berlin.
Zum vierten Mal startete mit der VOGUE die internationale Shopping Initiative „Fashions Night Out“, wobei sich in diesem Jahr 19 Länder beteiltigt haben. Das diesjährige Motto: „ A Global Celebration of Fashion“.
In Berlin fand die „Fashion´s Night Out“ am 6.September statt und lockte viele Fashion- und Shoppingbegeisterte in die Einkaufsmeilen Friedrichsstraße und Kurfürstendamm. Department Stores wie Galeries Lafayette, KaDeWe,
Quatier 206 sowie die die Luxusbotiquen von Louis Vuitton,
Gucci usw hatten bis Mitternacht ihre Türen geöffnet und lockten mit limitierten Preisen.
Sie erwarteten viele Kunden. Es wurde ein Shuttleservice von Mercedes-Benz zur Verfügung gestellt, der die Gäste von Shop zu Shop bringen sollte.
Mit live Musik, Häppchen, Goodie Bags, und Drinks wurden die Gäste bei Laune gehalten. Neben vielen günstigen Shopping Angeboten gab es auch die Möglichkeit sich nach Nachfrage in einem der Shops professionell stylen zu lassen. Mit etwas Glück sah man an diesem Abend sogar das ein oder andere prominente Gesicht.
Um dem diesjährigen Motto „A Global Celebration“ treu zu bleiben nähten Frauen aus aller Welt 260 Puppen, die an die Boutiquen gespendet und zum Verkauf gestellt wurden. Der gesamte Erlös ging an ein Waisenhaus in Afrika. Christina Arp, die Chefredakteurin der deutschen Vogue, sieht die vierte Fashion´s Night Out in Berlin als einen vollen Erfolg. Man merke, wie immer mehr Menschen zu dem Event kommen würden und es sich herumspräche. Einen Tag später, am 7. September, fand die Fashion Night Out auch in Düsseldorf statt.
Und für diejenigen von euch, die es diesmal verpasst haben oder neugierig geworden sind: Auch nächstes Jahr findet die Fashion´s Night Out voraussichtlich wieder Anfang September in Berlin und Düsseldorf statt.
Malizia Heller und Alissa Nogli
Das dynamische Duo Sercan und Shawn
Das dynamische
Duo Sercan und Shawn
Seit August hat die Beethoven-Oberschule vier neue Schulsprecher und zwar
Shawn Maple, Sercan Sever, Max Pinkert und Leila Olthoff.
Da wir leider nicht alle vier interviewen konnten, entschieden wir uns
natürlich für eure Favoriten, und zwar Sercan und Shawn.
Warum wolltest du Schulsprecher werden?
Sercan: Naja, ich bin ja jetzt schon
seit der siebten Klasse auf der Schule, also eigentlich schon seit immer und
die Sache ist die, ich war bis jetzt nirgendwo aktiv, aber war immer einer von
denen, die sich beschwert haben, deshalb wollte ich nun selbst die Initiative
ergreifen, um mehr verändern zu können.
Shawn: Ich wollte Schulsprecher werden,
weil mich die Reden von den anderen in den letzten Jahren wahnsinnig beeindruckt
haben. Dadurch wurde ich motiviert, mich selbst für die Schule einzusetzen.
Außerdem finde ich, dass die Beethoven-Oberschule eine sehr gute Schule ist,
deshalb liegt mir sehr viel an ihr.
Was genau sind die Aufgaben eines
Schulsprechers, wie kann man sich das vorstellen?
Sercan: Hauptsächlich bin ich für die
Organisation und Verwaltung zuständig, z. B. mussten wir die SV-Fahrt im Voraus
planen. Außerdem bestehen unsere Aufgaben darin, die SV-Sitzungen
vorzubereiten, die Protokolle zu überprüfen und so weiter. Des Weiteren müssen
wir den Leuten Bescheid sagen, wann die nächsten Gremien stattfinden und sie weiterhin
motivieren. Was noch ganz wichtig ist: Wir Schulsprecher agieren als Sprachrohr
zwischen Schulleitung und der Schülervertretung.
Shawn: Na ja, man kriegt natürlich eine
gewisse Verantwortung, die sollte man nicht übertreiben. Der Schulsprecher hat
eine wichtige Rolle, indem er die Schülerschaft vertritt. Ich habe viele
Gespräche und Projekte, die jetzt bei der SV-Fahrt angesprochen wurden, vor durchzusetzen.
Es ist wichtig, die Projekte anderer Schulsprecher weiterzuführen, da sie oft sehr
langwierig sind z. B. der Oberstufenraum.
Welche Ziele hast du dir gesetzt?
Sercan: Mein persönliches Ziel ist es,
eine guten Beitrag in der Schülervertretung zu leisten und so viele Projekte
wie möglich umzusetzen. Außerdem habe ich großes Interesse daran, dass sich
möglichst viele Schüler auch außerhalb der SV engagieren. Deswegen möchte ich
meinerseits eine wichtige Motivationsarbeit leisten.
Shawn: Also ich habe mir vier Ziele
vorgenommen und diese wurden auch bei der SV-Fahrt angesprochen. Mein Hauptziel
waren die schulinternen Wettkämpfe. Dieses Projekt leite ich selber und es geht
im Moment gut voran.
Schulinterne Wettkämpfe? Könntest du da
Beispiele nennen?
Shawn: Es wird voraussichtlich
Wettkämpfe im Bereich des Ballsports geben. Welche es werden, wird von den
Schülern gewählt. Vermutlich wird es auch im Bereich Kunst etwas geben.
Hättest du dir in der Mittelstufe
vorstellen können Schulsprecher zu werden?
Sercan: Nein, weil ich keine Lust hatte,
überhaupt irgendetwas zu tun (grinst), was aber meiner Meinung nach ein sehr
großer Fehler war.
Shawn: Seit dem letzten Jahr habe ich es
mir zum Ziel gesetzt, Schulsprecher zu werden. Ich habe mir das letztes Jahr
angehört und dadurch wurde ich neugierig.
Wie hat dir die SV-Fahrt gefallen?
Sercan: Die Fahrt war besser, als ich es
mir gedacht habe. Da ich ja keinerlei Erfahrung in der Schülervertretung habe,
war ich echt positiv überrascht. Außerdem hat alles gut geklappt und wir haben
auch super gut zusammengearbeitet. Es hat sich wirklich gelohnt mitzufahren, da
wir etwa 16 Projekte auf die Beine gestellt haben, die wir euch demnächst bei
PEPP vorstellen.
Shawn: Die SV-Fahrt war wahnsinnig gut! Also,
ich hab schon vorher eine mal mitgemacht. Am meisten hat es mir Spaß gemacht,
alles zu organisieren und die Gruppen aufzuteilen. Man hat neue Leute
kennengelernt und alle Projekte haben unglaublich viel Zuspruch bekommen, auch
Frau Dr. Neukirchen war begeistert.
Gibt es etwas, was du den Schülern und
Lehrern noch sagen möchtest?
Sercan: Erst einmal will ich allen
meinen Wählern und Wählerinnen für ihre Unterstützung danken, ohne sie würde
ich jetzt nicht hier sein (lacht)! Ach und dann möchte ich noch an die Schüler und
Schülerinnen appellieren und zwar setzt euch für unsere Schule ein und macht
mit bei unseren schulinternen Projekten. Doch wenn ihr schon nichts machen
möchtet, gebt eure Vorschläge und Ideen an die SV weiter. Aber wenn ihr darauf
auch keinen Bock habt, dürft ihr auch nicht rummeckern.
An
die Lehrer habe ich nichts zu sagen, die wissen ja sowieso alles besser (lacht)!
Shawn: Ja! Da ich leider noch keine
Gelegenheit hatte, meinen Wählern und Wählerinnen zu danken, möchte ich das
jetzt nachträglich tun und zwar bedanke ich mich bei all meinen Wählern und
Wählerinnen und freue mich auf die tolle Zusammenarbeit mit den anderen
Schulsprechern.
Fotos und Artikel von Alissa Nogli und Nicole Berkovic
Holocaust vs. Tierquälerei – Drama Drama Baby
PETA provoziert!
Die Organisation PETA, welche mit vollem Namen „People for the Ethical Treatment of Animals“ (dt. „Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren“) heißt, setzt sich stark für die Rechte der Tiere ein. Ihr Leitsatz lautet:
Wir haben nicht das Recht, Tiere in irgendeiner Form auszubeuten, zu misshandeln oder zu verwerten.
Die Tierrechtsorganisation, welche die größte ihrer Art ist, wurde 1980 gegründet und hat ihren heutigen Sitz in Norfolk, Virginia. Sie ist ganz allgemein gegen Tiere als Nahrungsmittel, Experimente an ihnen, Bekleidung aus Tieren, Unterhaltung durch diese und wie sie es nennen Ausbeutung der Tiere.
Mit teilweise sehr radikalen Aktionen versuchen die Mitglieder von PETA auf die schlechte Behandlung von Tieren aufmerksam zu machen. Was einst harmlos begonnen hat, artet mittlerweile immer wieder aus.
Tiere sollen wie Lebewesen behandelt werden und nicht wie unser Besitz?
Verständlich! Denn sie waren ja auch vor uns da. Aktionen wie „Wildtierverbot im Zirkus“ oder solche, die sich für die Meerestiere einsetzten, würde ich sofort unterstützen. Auch wenn sie einem auf den ersten Blick merkwürdig erscheinen. Irgendwie muss man ja schließlich Aufmerksamkeit erregen!
Aktion für die Rettung der Meerestiere
Aktion für das Wildtierverbot im Zirkus
(Quelle: "PETA Deutschland e.V.")
Doch zu viel sollte es dann auch wieder nicht sein. Denn Aktionen, die den Namen „Holocaust on your plate“ (dt. „Holocaust auf ihrem Teller“) tragen, gehen dann doch ein bisschen zu weit. Mit dieser Aktion und Ausstellung hat PETA in den USA für große Unruhen gesorgt. Dabei wurden Bilder des Holocaust und Bilder von der Massentierhaltung einander gegenübergestellt. Bilder von Menschen, die in Konzentrationslagern in hölzernen Kojen eingesperrt wurden, befanden sich direkt neben Bildern von Hühnern in Käfigen. Außerdem waren dort Aufnahmen aufgehäufter Leichen von Holocaustopfern neben toten Schweinen zu sehen. Mit dieser Aktion haben sie die schlechte Haltung und Ermordung von Tieren mit der der Juden gleichgesetzt. Ob diese Aktion nun total übertrieben oder notwendig war, darüber lässt sich streiten. Ich selbst bin zwar auch gegen Massentierhaltung, Tierquälerei und Massenschlachtung, finde diese Aktion jedoch geschmacklos.
Die nächste Tierquälerei, die PETA schon im Auge hat, ist die Planung eines sehr großen neuen Tierlabors für das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), welches in einen versteckten Waldstück in Berlin gebaut werden soll. Dieses soll angeblich unter anderem der Krebsforschung dienen. Jedoch sterben an diesem Institut jetzt schon tausende Mäuse pro Jahr bei Versuchen und in diesem Labor sollen jetzt noch mehr sterben. Und es wäre nicht gerade ein angenehmer Tod für die kleinen haarigen Tierchen. Nun plant PETA Aktionen gegen den Bau. Doch bis jetzt ist noch nichts entschieden. Wir werden sehen, ob diese Gegenaktion diesmal ein bisschen weniger radikal abläuft.
Ob man die größte Tierrechtsorganisation gut findet oder nicht, das ist jedem selbst überlassen. Doch ich bin mir sicher, wir werden noch viel von ihr hören!
Sonntag, 18. November 2012
Urban Gardening
Urban Gardening
Ringelblumen und Tomaten
All
das mitten in der Großstadt
Grünpflanzen,
Blumen und Gemüse, welches frei am Straßenrand wächst, wäre doch
eine abwechslungsreiche Alternative zur grauen Bordsteinkante oder
dem wilden Unkraut, welches sich auf den wenigen freien bepflanzbaren
Flächen befindet. Genau darum geht es bei Urban Gardening. Selbst
diejenigen, die keinen eigenen Garten haben, können sich somit an
der Begrünung der Hauptstadt beteiligen.
Aus diesem Grund werden mittlerweile häufig an öffentlichen Plätzen Blumen oder Gemüse in Eigenregie angepflanzt.
Aus diesem Grund werden mittlerweile häufig an öffentlichen Plätzen Blumen oder Gemüse in Eigenregie angepflanzt.
Urban
Gardening ist in den letzten Jahren Sammelbegriff für verschiedene
Ansätze geworden, natürliches Pflanzenwachstum und
Lebensmittelerzeugung auch in Ballungsgebieten wieder in eigenes
Erleben und eigene Verantwortung zurückzuholen.
| Urban Gardening Projekt auf dem Tempelhofer Feld |
Mittlerweile zeigt sich immer öfter
eine neue Art des Urban Gardening.
"Urban
Gardening als politischer Protest"
Guerilla Gardening bezeichnet ursprünglich die heimliche Aussaat von Pflanzen als subtiles Mittel zum politischen Protest. So verbindet Guerilla Gardening den Nutzen einer Ernte, der durch die Pflanzung von Gemüse entsteht, die Verschönerung der oftmals tristen und von Betonbauten überladenen Innenstadt durch Begrünung nicht bepflanzter Orte und den Protest.
Ausgehend von Großbritannien hat sich diese Form der kleinräumigen landwirtschaftlichen Nutzung stätischer Flächen in den westlichen Metropolen immer weiter ausgebreitet.
Guerilla Gardening bezeichnet ursprünglich die heimliche Aussaat von Pflanzen als subtiles Mittel zum politischen Protest. So verbindet Guerilla Gardening den Nutzen einer Ernte, der durch die Pflanzung von Gemüse entsteht, die Verschönerung der oftmals tristen und von Betonbauten überladenen Innenstadt durch Begrünung nicht bepflanzter Orte und den Protest.
Ausgehend von Großbritannien hat sich diese Form der kleinräumigen landwirtschaftlichen Nutzung stätischer Flächen in den westlichen Metropolen immer weiter ausgebreitet.
Auch
wenn Urban Gardening als solches sich für viele sehr interessant
anhören mag, muss man dazu sagen, dass diese Form der
Stadtverschönerung als Straftat geahndet wird, denn das Pflanzen auf
öffentlichen Grundstücken zählt als Sachbeschädigung. Deshalb
werden die Pflanzen auf dem Tempelhofer Feld eben auch in
selbstgebauten Kübeln und Töpfen angebaut.
Wer mehr über Urban Gardening erfahren möchte, kann sich auf folgender Internetseite weiter informieren: http://www.urban-gardening.eu/ oder direkt das Buch „Urban Gardening – Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt“ bestellen.
Wer mehr über Urban Gardening erfahren möchte, kann sich auf folgender Internetseite weiter informieren: http://www.urban-gardening.eu/ oder direkt das Buch „Urban Gardening – Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt“ bestellen.
Artikel
und Fotos: Dana Breidscheid
Samstag, 17. November 2012
Pussys gegen Putin
Pussys gegen Putin
Ist das Urteil über Pussy Riot gerechtfertigt?
Sie bereuen ihre Aktion in keiner Weise
In der Tat sind die Meinungen um den
„Pussy-Riot-Prozess“ geteilt. Der
Menschenrechtsbeauftragte Russlands kritisierte das Urteil als zu hart, die
Menschenrechtsorganisation Amnesty International befand bereits die
Inhaftierung als ungerechtfertigt. In den Medien verbreitete sich schnell die
Auffassung, die Aktivistinnen seien Opfer von Putins Regierung geworden,
Russland benutze sie als abschreckendes Beispiel in eigener Sache, um weitere
Proteste zu unterdrücken. Auch das Weiße Haus sprach sich deutlich gegen das
Urteil aus und Angela Merkel erklärte, es entspräche in keiner Weise den
europäischen Werten von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, derer sich Russland
verpflichtet habe. Putin selbst äußerte sich während des Prozesses insofern,
dass er sagte, die Bestrafung solle nicht zu hart ausfallen.
Putin selbst sprach sich gegen eine harte Bestrafung aus
Im Gegenzug kam es zu scharfer Kritik an
den westlichen Medien, sie würden die Situation nicht neutral genug
übermitteln, die Aktivistinnen würden zu sehr in die Opferrolle fallen, während
Putin und seine Regierung zu negativ dargestellt würden. Außerdem sei es
unglaubwürdig, dass die Sängerinnen die Konsequenzen ihres Handelns nicht
hatten voraussehen können, da sie als Russinnen hätten wissen können, wie sehr
die Kirche in der Bevölkerung als fester Bestandteil des Staates und der
russischen Identität angesehen wird. Eine Aktion in der Kirche stelle die
größtmögliche Provokation dar. Vorherige Protestaktionen gegen Putin an anderen
Schauplätzen seien nicht bestraft worden. Die russische Bevölkerung nahm
das Urteil einer Umfrage nach hauptsächlich positiv auf. Mehr als die Hälfte
der Befragten glaubten an die Objektivität des Gerichtsprozesses. Eine gerechte Beurteilung scheint vor
dem Hintergrund der genannten Aspekte schwer. Die
Meinungsfreiheit ist in Europa ein hohes Gut, dessen Erhalt sehr wichtig ist.
Zwei Jahre Arbeitslager für die jungen Frauen, von denen zwei Mütter sind, sind
also sehr hart berechnet, in Deutschland hätten die Aktivistinnen mit einer
Geldstrafe rechnen müssen. Es bleibt abzuwarten, welches Ergebnis die Berufung
bringt, fest steht, dass die Öffentlichkeit durch die Protestaktion weit über
die Landesgrenzen hinaus aufgerüttelt wurde.
Naima Middendorf
(Foto: Naima Middendorf)
Am anderen Ende der Welt
Am anderen Ende der Welt
Über die Erfahrungen, die ein Auslandsjahr mit sich
bringt
Am Anfang eines jeden neuen Schuljahres treten viele Schüler ein
Auslandsjahr an. Aber es gibt auch Schüler, die können sich das überhaupt nicht
vorstellen. So ging es mir. Als ein Teil meiner Klassenkameraden
verschwunden war, habe ich mich verwundert gefragt: Warum machen die das nur?
Warum soll man in ein weit entferntes Land reisen, wo man keine Person
kennt? Warum soll man ein ganzes Jahr weggehen und kein bisschen Deutsch reden?
Warum soll man eine Menge Geld dafür bezahlen, bei einer fremden Familie zu
wohnen, die nicht seine eigene ist? Diese Gedanken gingen mir ständig durch den
Kopf. Mitte Dezember haben mir meine Eltern plötzlich vorgeschlagen, ein halbes
Jahr nach Neuseeland zu gehen. Meine erste Antwort war klar: Nein.
Dann habe ich aber noch mal nachgedacht. Meine schulischen Leistungen waren
nicht besonders. Auf einmal habe ich gedacht: Es könnte doch auch ein Abenteuer
sein, ganz alleine in ein Land zu gehen, das 18.000 Kilometer weit weg ist.
Ende Dezember war die Entscheidung gefallen: Ich gehe ein halbes Jahr weg.
Die Frage war nur, ob ich so kurzfristig einen Flug und ein Visum bekomme. Aber
auch das hat geklappt. Und dann ging alles ganz schnell. Am 24. Januar 2012
stieg ich in Berlin ins Flugzeug. Nur 25 Flugstunden trennten mich noch von
dem, was sich letztendlich als eines der besten Jahre meines Lebens
herausstellen würde.
Ankunft in Auckland
Als ich in Auckland, der größten Stadt Neuseelands ankam, waren 28
Grad. Ich war viel zu warm angezogen. Ich wurde von meiner Gastfamilie
abgeholt, die auf den ersten Blick nett zu seien schien. Die Gastmutter
war 48 Jahre alt, meine beiden Gastbrüder, die Ethan und Isaac heißen, waren 22
und 19 Jahre alt. Mein Gastvater 52.
Nach einer halben Ewigkeit kamen wir in meinem neuen Zuhause an. Sofort kam
Ernüchterung auf. Mein Zimmer war sehr klein und direkt zur Straße gelegen.
Morgens prallte die Sonne drauf, so dass man bei den hochsommerlichen
Temperaturen nicht wirklich länger als bis zehn Uhr schlafen konnte. Der
nächste Supermarkt war eine halbe Stunde zu Fuß entfernt und es war so gut wie
unmöglich, die öffentlich Verkehrsmittel zu verstehen.
Die ersten Tage, bevor die Schule anfing, habe ich genutzt, um meinen
Jetlag zu bewältigen. In Neuseeland ist die Uhr 12 Stunden weiter.
Gewöhnungsbedürftig war, dass man in Neuseeland als Familie meistens vor dem
Fernseher isst. Alle sitzen auf dem Sofa und haben das Essen auf dem
Schoß.
Die Schule
An meinem ersten Schultag war ich sowohl aufgeregt als auch nervös. Das
Pakuranga College ist mit 2600 Schülern die zweitgrößte Schule in Neuseeland.
Jedes Jahr werden dort ungefähr 100 internationale Schüler aus allen
erdenklichen Ländern aufgenommen. Ich habe unter anderem Schüler aus Malaysia
und Kolumbien kennengelernt.
Wir neuen Schüler wurden von den neuseeländischen Lehrern und dem Schulleiter
„nose to nose“ begrüßt. Das heißt, man hat Nase an Nase gerieben. Das war
ziemlich seltsam.
Da ich in die oberste Klasse ging, dem sogenannten Year 13, musste
ich keine Schuluniform tragen. Einen Vorteil gegenüber der deutschen Schule
habe ich sofort entdeckt: Man hat insgesamt nur 5 Fächer, die man sich allesamt
frei aussuchen kann. Das heißt es gibt keine Pflicht, eher unbeliebte
Fächer wie Mathematik oder Biologie zu wählen.
Die ersten paar Wochen sind sehr schnell vergangen. Ich habe viele neue
Leute kennengelernt, auch einige Deutsche, von denen es noch ungefähr 20 andere
in meiner Schule gab. Leider habe ich mich in meiner Gastfamilie nicht
wohl gefühlt. Das lag unter anderem daran, dass sie mir Freiheiten
verweigerten, die in Deutschland ganz selbstverständlich für mich waren. Darum
habe ich mich bei der Schulleitung um einen Wechsel bemüht, der aber erst nach
den Osterferien möglich war.
In der Schule
lief alles gut. Es ist ein schönes Gefühl, in die Schule zu gehen und zu
wissen, dass man sich keine Sorgen wegen seiner Leistung machen muss. Man wurde
für alles gelobt. Es wurde eher als ein Bonus angesehen, als ein zu erbringender
Standard, wenn man sich im Unterricht beteiligte.
Ein ganz besonderes Erlebnis war, als im Geschichtsunterricht das Thema
„Drittes Reich“ behandelt wurde. Da ich der einzige Deutsche in diesem
Kurs war, war es ein sehr seltsames, unangenehmes Gefühl, als einem der Lehrer
etwas über die nationalsozialistischen Verbrechen erzählt hat. In einer
gewissen Weise hat man sich schuldig gefühlt, auch wenn das mit einem
eigentlich nichts zu tun hat.
Die Südinsel
In den
Osterferien bin ich mit einer Gruppe von Schülern zur Südinsel gefahren.
Sie ist wenig besiedelt. Die Tour begann in Christchurch. In der Nähe
dieser Stadt gab es vor eineinhalb Jahren ein schweres Erdbeben.
Die Innenstadt war immer noch komplett abgesperrt, überall sah man
eingestürzte und komplett zerstörte Gebäude. Das war beeindruckend. Später sind
wir durch die Southern Alps auf die andere Seite an die Tasmanische See
gefahren. Auf dieser Reise habe ich 3.500 Meter hohe schneebedeckte Berge
gesehen, die direkt an Strände münden. Gletscher, die praktisch auf Meereshöhe waren.
Dichte Wälder, in denen Pinguine leben, die das Meer als Lebensraum
aufgeben haben. Und neuseeländische Ureineinwohner, die sich Maori nennen. Ich
habe Dinge ausprobiert, von denen ich nie geglaubt hätte, dass ich mich
das trauen würde: zum Beispiel Sky-Diving und Bungee- Jumping.
Der Kiwi
Zurück in Auckland, habe ich endlich meine Gastfamilie gewechselt. Die
neuen Gasteltern waren viel netter. Sie waren 26 Jahre jung und schon
einmal um die Welt gereist. Da ich ihr erster Gastschüler war, wussten
sie nicht, wie sie mit mir umgehen sollten und haben mir jeden Wunsch von
den Lippen abgelesen.
Mitte Mai wurde es auf einmal sehr kalt. Der Winter begann. Ich war nicht
auf kaltes Wetter eingestellt und wurde daher kalt überrascht. Morgens war die
Temperatur zum Teil auf Null Grad gefallen.
Im Juni realisierte ich plötzlich, dass mir nur noch drei Wochen
blieben. Ich war einerseits glücklich darüber, aber andererseits auch sehr
traurig. Die letzten Wochen vergingen viel zu schnell. Und schon war mein
letzter Schultag da. Ich wurde sehr freundlich verabschiedet. In
jeder Unterrichtsstunde, also in jedem der fünf Fächer, haben wir zusammen
gefrühstückt. Als besonderes Abschiedsgeschenk hat mich mein Gastvater in den
Zoo von Auckland eingeladen. Dort habe ich meinen ersten Kiwi – das
Wappentier des Landes - gesehen. Es ist ein kleiner, brauner, flugunfähiger
Vogel mit langen Beinen und langem Schnabel, der vom Aussterben bedroht ist. Er
ist nachtaktiv, fast blind und verlässt sich auf seine gute Nase und sein
Gehör. Die Neuseeländer sind ganz verliebt in ihn. Sie bezeichnen sich übrigens
auch gerne selbst als „Kiwi“.
Ich habe neue Sitten und viele nette Leute kennengelernt. Ich habe mein
Englisch verbessert, bin eigenständiger geworden. Wie gut, dass ich meine
anfänglichen Zweifel überwunden habe.
Oscar Plarre
Freitag, 16. November 2012
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SIMEP 2012 - Simulation Europäisches Parlament
Helena Hartmann
Du bist an Europa interessiert? Du diskutierst gerne? Du möchtest die EU und den Ablauf einer parlamentarischen Sitzung besser verstehen?
Dann bist du hier richtig! Zwei Mal jährlich findet seit 1999 die Simulation Europäisches Parlament in Berlin statt. Bei der SIMEP hast du die Möglichkeit, mit 400 anderen Jugendlichen die EU hautnah zu erleben. Du wirst spannende Diskussionen führen, während der zwei Tage an Fraktions- und Ausschusssitzungen sowie Plenardebatten teilnehmen und einen der 27 Mitgliedsstaaten vertreten. Besonders die Handlungen in einem Parlament werden Dir in der Praxis gezeigt. Die Veranstaltung findet an einem Tag im Berliner Abgeordnetenhaus, am anderen im Bundestag statt.
Aber nicht nur für Diskussionsfreudige ist diese Veranstaltung eine unglaubliche Chance, etwas zu lernen, sondern auch für junge Journalisten, Fotografen und Filmemacher. Eine komplette Gruppe ist nämlich dafür zuständig, die SIMEP allzeit zu begleiten und für die Verbandzeitschrift „ Move“ zu berichten.
Das diesjährige Motto lautet „ Europa, jetzt erst recht!“ und wird drei aktuelle, spannende Themen behandeln: EU-Außenpolitik im Mittelmeerraum, Zukunft des Euro und Europäischer Datenschutz. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, es wird euch informatives, nützliches Material zwei Wochen vor der Simulation zugeschickt.
„Die SIMEP ist besser als ein Jahr PW.“ Teilnehmer Vincent aus Berlin
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| Plenum im Abgeordnetenhaus/Foto: Philipp Dunkel/simep.eu |
(der EU und der Jungparteien) und ca. 70 Mitarbeiter der JEB (Jungen Europäischen Bewegung), die euch jederzeit helfen können. Wie jedes Jahr hat der Präsident des Abgeordnetenhauses die Schirmherrschaft inne.
Die Veranstaltung findet jeweils an einem Montag und einem Sonntag statt. Die Schule stellt euch für den Montag frei, es zählt nicht als Fehltag auf dem Zeugnis! Falls Euer Interesse geweckt wurde, könnt ihr euch gerne unter www.simep.eu informieren.
SIMEP freut sich auf Dich!
ALLES AUF EINEM BLICK
Wer? SchülerInnen, 10. – 12. Klasse
Wann? SIMEP1 - 18. & 19. Nov. 2012 Anmeldeschluss: 28.10.
SIMEP2 - 9. & 10. Dez. 2012 Anmeldeschluss: 18.11.
Wo? Bundestag, Berliner Abgeordnetenhaus
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